Schreibtechniken

Autor: Silvan Maaß

Schreibtechniken sind strukturierte Methoden und Strategien, die Autoren und Schreibenden helfen, ihre Gedanken zu organisieren, ihre kreativen Prozesse zu optimieren, die Qualität ihrer Texte zu verbessern oder Schreibblockaden zu überwinden.

Welche Schreibtechniken gibt es?

  • Freies Schreiben

    Einfach drauflosschreiben ohne Rücksicht auf Fehler, um den Schreibfluss zu fördern, siehe freies Schreiben.
  • Brainstorming

    Brainstorming ist eine beliebte und effektive Technik, um Ideen für das Schreiben zu generieren. Es handelt sich um einen kreativen Prozess, bei dem ihr frei und ohne Selbstzensur eure Gedanken und Einfälle zu einem bestimmten Thema oder einer Fragestellung aufschreibt. Das Ziel des Brainstormings ist es, so viele Ideen wie möglich zu sammeln, die später weiterentwickelt und strukturiert werden können.
    Dazu geht ihr wie folgt vor:
    1. Thema oder Fragestellung festlegen: Beginnt mit einem klaren Thema oder einer spezifischen Fragestellung, auf die ihr euch konzentrieren möchtet.
    2. Zeitlimit setzen: Setzt euch ein Zeitlimit (z. B. 10-15 Minuten), um eure Gedanken zu fokussieren und den Prozess effizient zu gestalten.
    3. Ideen aufschreiben: Schreibt alle Ideen auf, die euch in den Sinn kommen, ohne euch zu bewerten oder zu zensieren. Nutzt Stichworte, kurze Sätze oder Diagramme.
    4. Assoziationen zulassen:: Lasst eure Gedanken frei fließen und notiert euch auch ungewöhnliche oder scheinbar irrelevante Ideen. Oftmals führen diese zu kreativen Durchbrüchen.
    5. Kategorisieren und filtern: Nachdem die Brainstorming-Phase abgeschlossen ist, sortiert ihr eure Ideen. Gruppiert ähnliche Gedanken und identifiziert die vielversprechendsten Ansätze, die weiterverfolgt werden sollen.
    6. Weiterentwickeln: Entwickelt die ausgewählten Ideen weiter, indem ihr sie ausarbeitet und detailliert. Erstellet ein Konzept oder eine Gliederung basierend auf diesen Ideen.
  • Mindmapping

    Eine visuelle Schreibtechnik, die euch hilft, Ideen zu sammeln, zu organisieren und komplexe Informationen strukturiert darzustellen. Man kann sie auch als "sortiertes Brainstorming" bezeichnen. Hierbei platziert ihr euer Hauptthema in der Mitte eines Blattes oder einer digitalen Leinwand und fügt dann Unterthemen und Ideen in Form von Ästen und Zweigen hinzu. Jede Idee kann weiter in Unterideen aufgeteilt werden, was eine hierarchische Struktur schafft.
    So könnt ihr dabei im Einzelnen vorgehen:
    1. Zentrales Thema: Schreibt das Hauptthema oder die zentrale Fragestellung in die Mitte des Blattes und umkreist es.
    2. Hauptäste: Zeichnet Hauptäste, die vom zentralen Thema ausgehen. Jeder Ast repräsentiert ein Hauptunterthema oder eine Hauptidee.
    3. Unterzweige: Fügt Unterzweige zu den Hauptästen hinzu, um spezifischere Ideen oder Details darzustellen.
    4. Schlüsselwörter und Bilder: Verwendet Schlüsselwörter und, wenn möglich, Bilder oder Symbole, um die Ideen zu visualisieren und besser zu verankern.
    5. Verbindungen: Verbindet verwandte Ideen und Zweige miteinander, um Zusammenhänge zu verdeutlichen.
  • Clustering

    Clustering, ähnlich wie Mindmapping, ist eine Methode, bei der Ideen um ein zentrales Thema herum angeordnet werden. Beim Clustering werden jedoch die Ideen oft freier und weniger strukturiert um das zentrale Thema platziert, wobei Assoziationen und spontane Einfälle betont werden.
    So funktioniert Clustering:
    1. Zentrales Thema: Schreibt das Hauptthema oder die zentrale Idee in die Mitte eines Blattes und umkreist es.
    2. Assoziationen: Schreibt alle Ideen und Assoziationen, die euch in den Sinn kommen, um das zentrale Thema herum. Diese Ideen können in einer beliebigen Reihenfolge und ohne spezifische Struktur platziert werden.
    3. Verbindungen: Zieht Linien zwischen verwandten Ideen, um Assoziationen und Zusammenhänge zu visualisieren.
    4. Exploration: Wiederholt diesen Prozess, um weitergehende Assoziationen und neue Ideen zu entwickeln.
  • Exzerpieren

    Beim Exzerpieren geht es darum, wichtige Passagen, Argumente, Fakten und Ideen aus einem Text auszuwählen und in einer komprimierten Form festzuhalten. Dies geschieht in Form von Notizen oder Zusammenfassungen, die die Kernaussagen des Originaltexts wiedergeben. Das Ziel ist es, die wichtigsten Informationen zugänglich und nachvollziehbar zu machen, ohne den gesamten Text erneut lesen zu müssen.
    So geht ihr dabei vor:
    1. Textauswahl: Wählt die relevanten Texte oder Textabschnitte aus, die ihr exzerpieren möchten. Dies können wissenschaftliche Artikel, Bücher, Essays oder andere Informationsquellen sein.
    2. Erstlesung: Lest den Text einmal vollständig durch, um einen Überblick über den Inhalt und die Struktur zu bekommen.
    3. Markieren: Markiert wichtige Passagen, Schlüsselbegriffe und zentrale Aussagen im Text. Achtet auf Thesen, Argumente, Beispiele und Schlussfolgerungen.
    4. Notizen machen: Schreibt die markierten Informationen in euren eigenen Worten auf. Achtet darauf, den Originaltext nicht wörtlich zu übernehmen, es sei denn, es handelt sich um wichtige Zitate.
    5. Strukturieren: Ordnet eure Notizen thematisch oder nach Kapiteln, um eine klare Struktur zu schaffen. Nutzt Überschriften, Unterpunkte und nummerierte Listen, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen.
    6. Zusammenfassen: Schreibt eine kurze Zusammenfassung des Textes oder der wichtigsten Abschnitte. Diese Zusammenfassung sollte die Hauptthesen und Argumente prägnant wiedergeben und sollte in euren eigenen Worten formuliert sein, um das Verständnis zu vertiefen und um Plagiate zu vermeiden.
    7. Quellenangaben: Notiert die vollständigen bibliografischen Angaben des Originaltexts, um später korrekt zitieren zu können.
  • Pomodoro-Technik

    Die Pomodoro-Technik ist keine Schreibtechnik. Hierbei handelt es sich um eine effiziente Zeitmanagement-Methode, die darauf abzielt, die Produktivität eurer angewendeten Schreibtechniken und die Konzentration auf die damit verbundenen Aufgaben zu verbessern. Entwickelt von Francesco Cirillo in den späten 1980er Jahren, basiert diese Technik auf der Nutzung von Zeitintervallen, die als "Pomodoros" bezeichnet werden. Jede Arbeitseinheit wird durch kurze Pausen unterbrochen, um geistige Erschöpfung zu vermeiden und den Fokus zu bewahren.
    Funfact: Francesco Cirillo hat für diese Technik stets einen Küchenwecker in Form einer Tomate (italienisch: "pomodoro") verwendet, der als Namensgeber fungierte.
    Die Pomodoro-Technik funktioniert wie folgt:
    1. Aufgabe auswählen: Bestimmt die Aufgabe oder das Projekt, an dem iht arbeiten möchtet. Dies kann das Schreiben eines Kapitels, das Recherchieren eines Themas oder das Überarbeiten eines Textes sein.
    2. Pomodoro einstellen: Stellt einen Timer auf 25 Minuten ein. Diese 25-minütige Arbeitsphase wird als "Pomodoro" bezeichnet. Während dieser Zeit arbeitet ihr konzentriert und ohne Unterbrechung an der ausgewählten Aufgabe.
    3. Arbeiten: Arbeitet konzentriert und fokussiert an eurer Aufgabe, bis der Timer klingelt. Vermeidet Ablenkungen und versucht, in einen Flow-Zustand zu gelangen, bei dem ihr vollständig in eure Tätigkeit vertieft seid und ein Gefühl von Fokus, Energie und Freude empfindet.
    4. Kurze Pause: Macht eine kurze Pause von 5 Minuten, nachdem der Timer abgelaufen ist. Nutzt diese Zeit, um euch zu entspannen, einen kurzen Spaziergang zu machen oder euch etwas zu trinken zu holen.
    5. Wiederholen: Wiederholt die Schritte 2 bis 4. Nach vier Pomodoros (also etwa 100 Minuten Arbeit) macht ihr eine längere Pause von 15 bis 30 Minuten, um euch gründlich zu erholen.

Über den Autor
Silvan Maaß ist Diplom-Kommunikationswirt (dab) sowie Mitbegründer der Sprachnudel, wodurch er sich seit 20 Jahren beinahe täglich mit theoretischer und angewandter Linguistik beschäftigt. Die Lebendigkeit der Sprache hat es ihm besonders angetan. Daher interessiert er sich insbesondere für Okkasionalismen und Neologismen - zwei kreative Themenfelder der Linguistikforschung, die in unserer Gesellschaft relevanter denn je sind.

Ukraine-Hilfe → Deutsch lernen
Deutsch lernen
  • Alles, was ihr zum Deutschlernen braucht – ausführliche Erklärungen, Tipps, Übungen und Ressourcen → Deutsch lernen

Wörter nach Anfangsbuchstabe

A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Ä
Ö
Ü
Suchen & Finden
  • Mit Hilfe der Wortsuche oder von unserem Wortfinder lassen sich Wörter nach bestimmten Mustern filtern.
Wörterverzeichnis
  • Nutzt unsere zahlreichen Wortlisten in unserem Wörterverzeichnis, um gezielt deutsche Wörter zu finden!

Statistiken

Geburtstag

Beliebte Begriffe